Pressemitteilung

zurück zur Auswahl

Badische Zeitung vom Dienstag, 17. Juni 2008

Autorin des Artikels ist Frau Marion Pfordt, der wir herzlich für die Nachdruckgenehmigung danken.

Zwei Künstler, ganz mannschaftsdienlich

Sommer & Schmitz: Die digitale Symbiose von Fotografie und Malerei in der neuen Ausstellung des Kunstforums Hochschwarzwald

FOTO: MARION PFORDT

TITISEE-NEUSTADT.
Nichts ahnend geht der Besucher die Metallstufen zu den Räumen des Kunstforums hinunter, biegt um die Ecke, um sich die ersten Werke der neu eröffneten Ausstellung anzusehen. Was die beiden Künstler Sommer & Schmitz unter dem Namen "Schnittstelle" in Neustadt ausstellen, ist andersartig. Sie bedienen sich der modernen digitalen Bildbearbeitung, um zwei klassische Kunststile zu einem einzigartigem Werk zu verschmelzen.

Der Freiburger Maler Dirk Sommer und der Kölner Fotograf Paul Schmitz arbeiteten erstmals zusammen im Atelier Dirk Sommers in Brooklyn. Auf gemeinsamen Reisen entstand das Projekt "Flugbewegungen" - Sommers Bilder wurden von Schmitz an den Orten ihrer Inspiration fotografiert, die Fotografien sind zu einem Bildband zusammengefasst. Die Frage, wie sich die Zusammenarbeit zu einer schlüssigen Symbiose steigern ließe, gipfelte über einen weiteren Zwischenschritt in der aktuellen Ausstellung.

Zusammen erarbeiten Sommer und Schmitz das gewählte Thema. Sommer malt dazu eine Serie, Schmitz fängt Szenen dazu in ungewöhnlichen Perspektiven mit der Kamera ein. Für das neue Werk wird gespiegelt und verschoben, digital überlappt, doch nicht verzerrt.

Je länger der Betrachter vor einem Bild verweilt, desto mehr Details entdeckt er. Wo zuerst ein gotisches Fenster zu erkennen ist, das im Farbrausch ertrinkt, erkennt er plötzlich dessen Spiegelung, dann, aus dem blutroten Flammenmeer des Doms links einen Heiligen, die Hände geöffnet, um das Licht aufzufangen, das im Augenblick hereinzufallen scheint. Den Kölner Dom jenseits von Tourismus oder streng religiöser Betrachtungsweise unter vollkommen neuem freiem und künstlerischem Klangbild ästhetisch interessant dargestellt  an sich schon ein Kunststück, bei einem gewiss bereits milliardenfach gewählten Motiv.

Sanft romantisch gelingt der Blick auf den Niederrhein, woher beide Künstler stammen, ganz ohne Kitsch, die pastelligen Farben des Malers wie selbstverständlich in den Formen der Fotografie.

Da eine Fotografie selbst keine Originalgröße besitzt, bezieht sich die Größe der Arbeit immer auf die Originalgröße des Gemäldes. Manche der Arbeiten sind hinter mattem Plexiglas aufgebracht, was die Konzentration beim Betrachten nicht durch Spiegelungen stört. Wahrhaft umwerfend auf die Besucher wirken die Bilder hinter Glas. Die hochglänzende Oberfläche unterstreicht den modernen Charakter der Bilder und schafft durch die Spiegelungen des Lichts eine Verbindung vom Bild zum Raum, in dem es sich befindet, ohne den Betrachter am Eintauchen in die digitale Kunstsymbiose zu hindern. Anfangs mussten sich die Künstler Kritik zu dem Material Glas gefallen lassen, denn die Galeristen waren der Meinung, der klassische Malerei-Kunde kaufe keine hochglänzende Bilder. Nach verschiedenen Versuchen bleiben Sommer und Schmitz jedoch (glücklicherweise) besonders bei den großformatigen Werken beim hochglänzenden Glas.

Zwei Künstler - ein Werk: Wie können dabei so schlüssige und hochansprechende Bilder entstehen, mit denen beide zufrieden sind? "Man muss schon ein bisschen vorsichtig miteinander umgehen", berichtet Paul Schmitz, der, wie er sagt, auch in der Kunst schon immer von der Idee "Teamplay" begeistert war. "Die Nummer des Lonesome Cowboy ist an sich schon Klasse, doch damit würden wir nicht zu dem Ergebnis kommen, das wir nun erreicht haben."


--- Ende der Pressemitteilung ---



 nach obenzurück zur Auswahl