Pressemitteilung

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Badische Zeitung vom Dienstag, 23. Oktober 2007

Autorin des Artikels ist Marion Pfordt, der wir herzlich für die Nachdruckgenehmigung danken.

Die Liebe zu Freiburg in Bilder verpackt

Ausstellungseröffnung im Kunstforum: Die Bilder von Marianne Klaus sind von Leichtigkeit und Farbintensität geprägt

HOCHSCHWARZWALD.
"Aus Marianne Klaus Bildern spricht die Liebe zu Freiburg, aber mehr noch spricht daraus die Liebe zur Malerei" , eröffnet Volker Ellwanger in seiner Einführung die letzte diesjährige Ausstellung des Kunstforums Hochschwarzwald, die traditionell von einem Mitglied gestaltet wird. In den Räumen des Kunstforums in Neustadt drängten sich viele Besucher, die Galerie war wohl gefüllt von Menschen, die die Werke der regionalen Künstlerin sehen wollten.


Marianne Klaus stellt im Kunstforum Hochschwarzwald aus.
FOTO: MARION PFORDT

Die Bilder, die Marianne Klaus unter dem Arbeitstitel "unterwegs in Freiburg" ausstellt, seien keine Freiburg-typischen Bilder, führt Ellwanger aus. Wer nur einige Kalenderbildchen erwartet habe, könne hier überrascht werden. Die Bilder von Marianne Klaus sind von Leichtigkeit und Farbintensität geprägt. Die Lenzkircherin, die ihre Kindheit und Jugend in der Universitätsstadt verbrachte, greift bei ihren Streifzügen einzelne Momente und winzige Ausschnitte der Stadt, der Bauwerke und Straßen auf, um sie reell oder leicht abstrahiert abzubilden. Die Farben, die sie dabei verwendet, finden sich am reellen Gebäude zwar wieder, doch verstärkt sie die Künstlerin um die Intensität, die sie empfindet.

Nur ein Lüftungsschacht eines modernen Gewerbegebäudes ist es, das in klaren und intensiven Farben auf den Betrachter wirkt. Leuchtende Grundfarben bestimmen das Solarschiff, das Klaus in Freiburgs neuestem Stadtteil, Vauban, fand. Der Betrachter bekommt die gewählten Bauwerke niemals ganz zu Gesicht, immer nur ein Teil davon taucht in den Bildern auf. Es sind die Ausschnitte, welche die Künstlerin beeindruckten, auf irgendeine Weise. Sei es aus spontanem Zuspruch des Moments oder aus nostalgischen Erinnerungen heraus.

All diese Eindrücke geben für Marianne Klaus ein rundes Bild Ihres persönlichen Freiburgs, obwohl längst nicht alle zu erwartenden Elemente eines touristischen Freiburgs zu sehen sind. Stattdessen hält sich die Malerin an zunächst unscheinbar oder unwichtig erscheinenden Details auf und setzt sich damit künstlerisch auseinander. Die Aquarelle zeigen Freiburgs verklärt romantische Seite auf kleinem Format  Das bunte Angebot des Münstermarkts, ein Blumenstand in leichten Pastelltönen und verschwommenen Konturen, zarte Blicke auf Kloster und Kirche.

Eine dritte Phase der Ausstellung beschreibt in dünnen Tuschestrichen verschiedene historische Gebäude. Hier setzt Klaus nicht den Aquarellpinsel ein. Die architektonischen Details und gotischen Bögen, die maßgeblich die schönen Altstadtgebäude zieren, thematisiert sie reell auf kleinformatigen Tuschezeichnungen. Die Tuschearbeiten entstanden direkt vor Ort und fügen sich, obwohl von Farbe und Gestalt von den Aquarellen, den ölkreidezeichnungen und den Mischtechniken deutlich unterscheidend, in das Gefüge der übrigen Werke.

Klaus hat auf ihrem Streifzug durch die Stadt im Breisgau nicht nur das Alte und das Neue Freiburg vereint, mitsamt seiner altmodisch verspielten und kunstvollen Architektur und den glasklaren, funktionellen Linien der modernen Bauweise. Die Künstlerin hat die unterschiedlichen Arten des Betrachtens und dessen unterschiedliche Arten der Verarbeitung in einer Ausstellung vereint. Einzig der Untergrund bleibt stets gleich, das Papier. Die "Fassade Wiehre" ist wie ein Verbindungstück zwischen altem und neuem Freiburg. Und sie ist ein Bindeglied zwischen den Werken. Das Stadthaus um 1900 wird von der Künstlerin von schräg unten beleuchtet, lässt den Besucher klein vor der Fassade aus Farbe und Papier werden. Ein historisches Gebäude aus einer modernen Perspektive. "Das könnte ein Wegweiser für den weiteren künstlerischen Weg der Marianne Klaus sein" meint Ellwanger. Die Ausstellung "Unterwegs in Freiburg" ist noch bis 11. November in der Salzstraße in Neustadt zu sehen. Zeitgleich zeigt die Künstlerin einige Werke aus "Irische Impressionen" im Rathaus Neustadt.

--- Ende der Pressemitteilung ---



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