Pressemitteilung

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Badische Zeitung vom Donnerstag, 19. April 2007

Autorin des Artikels ist Marion Pfordt, der wir herzlich für die Nachdruckgenehmigung danken.

Verdichtete Landschaften

Gertraut Ellingers "Innere Bilder" sind in den Räumen des Kunstforums zu sehen

Gertraut Ellingers "Innere Bilder" sind in den Räumen des Kunstforums zu sehen
FOTO: MARION PFORDT

TITISEE-NEUSTADT.
Es ist Gertraut Ellingers Debüt im Schwarzwald. Sie macht den Auftakt zum Ausstellungsjahr 2007 des Kunstforums Hochschwarzwald. Die Künstlerin, die in der Akademie der Bildenden Künste in Stutttgart studiert hat, hatte viele Ausstellungen, doch noch nie im Hochschwarzwald. Dabei scheint es, als seien auch Bilder des Schwarzwaldes in ihren "Inneren Bildern", so der Name der Ausstellung, verwoben.

In der Tat bildet Gertraut Ellinger nicht einfach real bestehende Landschaften ab. Ihre Landschaftsbilder sind ein Sammelsurium von Erinnerungen quer durch die vielen Jahrzehnte ihres Lebens, durch die Länder die sie besuchte, quer durch die Jahreszeiten und Eindrücke, welche die bereits in Jugendjahren ausgezeichnete Künstlerin im Laufe ihres Lebens prägten. "Trotzdem kommt es vor, das Leute auf mich zukommen, und mir berichten, sie hätten eine meiner Landschaften gesehen" berichtet die in Stuttgart lebende Künstlerin. Doch keine der gezeigten Landschaften gibt es so tatsächlich. Teile davon findet jeder wohl überall. Es sind Erinnerungen an die Weinberge bei der Heimatstadt Heilbronn, Lavendelfelder in der Provence, Gedanken an das Wattenmeer und die rauhen Wellen der Nordsee sind darin verwirkt.

Schicht für Schicht trägt Ellinger mit Acryl ihre Gedanken auf die Leinwand, bis nach langer Arbeitszeit eine Komposition vorliegt, die all diese Erinnerungen harmonisch vereint. Das Kunstforum hat in seinen Räumen in der Salzstrasse in Neustadt die Bilder Ellingers einmal nach Themenbereichen, aber auch nach Datum geordnet aufgehängt. So kann der Betrachter leicht die Entwicklung der Künstlerin nachvollziehen, deren frühe Werke noch reale Naturelemente enthalten.

Später verdichten sich die Landschaften allmählich, der Horizont verschwindet, bis schließlich, in den letzten Werken, sich die Landschaft auf ein Fast-Quadrat, ein "Feld" komprimiert, das frei auf oder im Hintergrund zu schweben scheint. Während der Betrachter Anfangs noch Wolken, Menschen, Gegenstände in den Bildern findet, abstrahiert die Künstlerin die Darstellungen ihrer Vorstellungen immer mehr. Nur der Mond ist noch als Pinselstrich über dem Bild-Feld erkennbar.

Die Darstellungen Ellingers tragen bildhafte Namen, die einen Einstieg in die Betrachtung ermöglichen, ohne dass der Sehende von eigenen Interpretationen abgehalten wird. Namen wie "Felsengärten", "Glut", "Nachtflug" oder "Frost" geben einen Anhaltspunkt, einen Hinweis auf den Weg, den der Betrachter bei seinen eigener Interpretation einschlagen kann, sind Wegweiser zum "inneren Bild" Ellingers.

Bei der Vernissage begrüßte Bürgermeisterstellvertreterin Gudrun Steurenthaler das künstlerische Engagement des Kunstforums. Neu in diesem Jahr ist die gleichzeitige Ausstellung einiger Bilder zum gleichen Thema in den Räumen des Rathauses.

Die Ausstellung "Innere Bilder" von Gertraut Ellinger ist bis zum 6. Mai 2007 in der Salzstrasse 16 in Neustadt zu sehen. Öffnungszeiten sind Freitag, Samstag und Sonntag von 16 bis 18 Uhr.

--- Ende der Pressemitteilung ---



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