Pressemitteilung

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Badische Zeitung vom Dienstag, 12. September 2006

Autorin des Artikels ist Martina Seiler, der wir herzlich f?r die Nachdruckgenehmigung danken.

Landschaft neu entdeckt

Neue Ausstellung in Neustadt / "Weites Feld" von J?rgen Burkhart bedient keine Klischees

J?rgen Burkhart
FOTO: MARTINA SEILER

TITISEE-NEUSTADT.
"Weites Feld" lautet das Thema der Ausstellung von J?rgen Burkhart im Kunstforum Neustadt; und tats?chlich f?hlt sich der Betrachter mithineingenommen in eine Weite, die aufatmen l?sst - ohne gleichzeitig den Boden unter den F??en zu verlieren oder ins Unendliche zu versinken. Eine wohltuende Geborgenheit - ohne gefangen genommen zu werden. Freiheit, die Raum gibt zur Entfaltung.

Die zum Teil auch sehr gro?fl?chigen Landschaftsbilder sind so gestaltet, dass sie als solche zwar klar zu erkennen sind, aber nicht einfach fotografisches Abbild sind, aber auch "nicht entfremdet, nicht naturalistisch, nicht surrealistisch, nicht in Zerst?rung verschwindend", wie Kulturjournalist Stefan Tolksdorf w?hrend der Vernissage am Freitag klare Abgrenzungen zog, sondern auf ganz eigene Art bearbeitet. Sowohl die Farbpalette als auch die Motivauswahl sind

streng begrenzt. In der Regel fehlt die Horizontallinie, aber nicht im Sinn eines Mangels, sondern die Struktur des Ausschnittes steht f?r sich.

Nimmt man die Fotografien der Felder hinzu, lassen sich die wechselseitig wirkenden Impulse ahnen. Stets ist durch die Distanz und die Konzentration auf Wesentliches eine geordnete Harmonie zu sp?ren, verst?rkt beispielsweise von Spuren landwirtschaftlicher Fahrzeuge, die in ihrer scheinbar zuf?lligen Spurf?hrung eine Struktur, h?ufig Parallelen, erkennen lassen. Diese wiederum spiegeln sich auch in den Fotografien der bewusst klar angeordneten Rebfl?chen. Hier verbinden sich zwei v?llig unterschiedliche Eigenarten, Natur und Technik, zur gestalterischen Form.

Burkharts Objekte verleiten dazu, sich ihnen zu n?hern.
FOTO: MARTINA SEILER

Die gelb-gr?nen T?ne der Ei-Temperafarben, bei denen zuweilen die untergr?ndigen Acrylfarben zart durchscheinen, verleihen den Werken einen matt-schimmernden Glanz. Burkhart, der in Merdingen lebt und arbeitet, verwendet traditionelles Arbeitsmaterial, versteht es aber ausgezeichnet, es zum Leben zu erwecken. Tolksdorf bekannte denn auch, dass der K?nstler "zeitgem?? auf der richtigen F?hrte" ist. Es gelingt Burkhart, das Ph?nomen Landschaft lebendig werden zu lassen in einer ihm ganz eigenen Art. Recht kurzfristig, vor etwa drei Monaten, hat Burkhart eine ganz andere Art von Kunst, die Verbindung von Beton und Holz, in die Tat umgesetzt und damit die Ausstellung erg?nzt. Oft w?rfelf?rmige Objekte, beispielsweise Holzst?mme in der Mitte von einer Betonplatte gehalten, oder eine Betonplatte, die Rapsstielen mit den Wurzeln in die H?he ragend Halt gibt oder ?ste, kreisf?rmig zur Mitte hin zulaufend, zeigen die Dreidimensionalit?t, die die Bilder trotz der fehlenden dritten Ebene auch erwecken.

Die Rapsfelder korrespondieren mit den Rapsobjekten, die Rapsobjekte mit den Holzobjekten, die nat?rlichen Gew?chse mit dem Beton und bilden damit ein Beziehungsgeflecht, zu dem der Besucher gern in Beziehung tritt. So erw?chst der Projektraum zu einem kommunikativen Gegen?ber, einem Du, das den Betrachter willkommen hei?t.

Die Ausstellung im Galerieraum des Kunstforums Neustadt, Salzstra?e 16, ist bis 1. Oktober immer freitags, samstags und sonntags von 16 bis 18 Uhr ge?ffnet.

--- Ende der Pressemitteilung ---



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