Pressemitteilung

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Badische Zeitung vom Montag, 12. September 2005

Autor des Artikels ist Christof Scherer, dem wir herzlich f?r die Nachdruckgenehmigung danken.

Die Natur als Inspiration

Papierkunst oder Objektkunst: Hannelore Weitbrecht stellt im Kunstforum Hochschwarzwald aus
Will sich selbst nicht als 'Papierk?nstlerin' bezeichnen: Hannelore Weitbrecht stellt in Neustadt Papierbjekte aus. FOTO: CHRISTOF SCHERER
Will sich selbst nicht als "Papierk?nstlerin" bezeichnen: Hannelore Weitbrecht stellt in Neustadt Papierobjekte aus.
FOTO: CHRISTOF SCHERER

TITISEE-NEUSTADT.
Wo findet das Papier in der Kunst seinen Platz? Das Kunstforum Hochschwarzwald zeigt bis zum 2. Oktober in den R?umlichkeiten in der Salzstra?e Papierobjekte von Hannelore Weitbrecht. In der Vernissage sann man dar?ber nach, wie denn solche "Papierkunst" zu verorten sei. "Papierkunst ist keine eigene Gattung", lautete die These Franz Armin Morats in seiner Laudatio. "Irgendwie befriedigt uns der Begriff nicht so ganz." Entsprechend blieb er denn auch bei dem umfassenderen Begriff der Objektkunst. Das Material wollte er nicht so stark gewichten, dass dies eine neue Kategorie erfordern w?rde. Ausgehend von der Kategorie der Objektkunst n?herte sich Morat auf zwei Wegen der Welt Hannelore Weitbrechts an. Immer wieder hob er hervor, dass die Objektk?nstlerin zugleich auch

Malerin ist. "Das kann kein Objektk?nstler so bew?ltigen, der nicht auch Maler ist", wies er auf die Farbnuancen der "Doppelschalen" hin. Auch machte Morat eine besondere Gefahr der Objektkunst aus, ein Abgleiten in die "kunstgewerbliche Gef?lligkeit". Genau dieser sei die K?nstlerin nicht erlegen.

Was nun aber die Frage nach der Gattung anbelangt, da widersprach Wilhelm Morat. Der einheimische Papierk?nstler verwies auf die Vereinigten Staaten, wo die Papierkunst seit 50 Jahren als eigene Gattung verstanden werde. Und es entspann sich die Diskussion, was denn nun 50 Jahre im Gesamt der Kunstgeschichte bedeuten. Die K?nstlerin zeigt sich von den Fragen nach den Begriffen nicht ber?hrt und beteilige sich auch nicht an der Diskussion.

Vielmehr bem?hte sie sich, den Blick auf Objekte zu lenken. Vor allem ?bernimmt Weitbrecht Formen der Natur und nennt ihre Objekte dann ganz schlicht "Keime" oder "Bl?ten". Zumeist wirken die Formen sehr geschlossen, die Objekte ruhen in sich. Dies verlangt dem Betrachter eine entsprechende Konzentration ab, um in diesen Horizont einzutreten. Wer aber dazu bereit ist, der wird entdecken, wie stimmig die entwickelten Formen sind. Freilich ist dieser Grundsatz nicht streng durchgehalten. Die Installation "Invasion" lebt mit ihren sinnartigen Einzelfiguren gerade davon, dass sie in den Raum eindringt. "Kleing?rten", 30 kleinformatige K?stchen, zeigen eine "bearbeitete" Natur. Dabei entwickeln sich viel strengere, geradlinigere Formen von Symmetrie. Und auch das Ger?t des Menschen, mit dem er die Natur nutzbar macht, wird noch einmal zum k?nstlerischen Thema. "Ger?te" und die "Doppelschalen" verweisen auf die Urspr?nge einer menschlichen Bearbeitung der Natur. Ebenfalls in die Ausstellung integriert sind zwei Objekte, die Hannelore Weitbrecht f?r die M?rike-Wanderausstellung gestaltete. Hier macht sie auf Papier als Grundstoff des Buches aufmerksam: Der k?nstlerische Umgang mit dem Material ist eben spielerischer als die Diskussion dar?ber.

Ge?ffnet ist die Ausstellung in den R?umlichkeiten des Kunstforums, Salzstra?e 16, in Neustadt bis 2. Oktober. Zug?nglich ist sie jeweils von Freitag bis Sonntag von 16 bis 18 Uhr.

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