Pressemitteilung

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Badische Zeitung vom Donnerstag, 25. M?rz 2004

Autorin des Artikels ist Birgit Neuhardt, der wir herzlich f?r die Nachdruckgenehmigung danken.

Ein genauer Beobachter

Kunstlehrer Rainer Mertens bereitet sich auf seinen ?ffentlichen Auftritt als K?nstler vor
Rainer Mertens tritt auch als K?nstler auf
Rainer Mertens tritt auch als K?nstler auf.
FOTO: BIRGIT NEUHARDT

TITISEE-NEUSTADT.
Der Kunstlehrer Rainer Mertens wird im Oktober mit seinen Werken die Mitgliederausstellung des Kunstforums Hochschwarzwald best?cken. Der 55-J?hrige unterrichtet seit 1975 am Kreisgymnasium Kunst. Die eigene Kunst hat ihn dabei immer begleitet: "Das geht nicht anders", begr?ndet er, "man muss sich selbst bet?tigen, sonst verliert man durch fehlende ?bung gewisse Zug?nge."

Schon w?hrend des Studiums an der Kunstakademie und der Universit?t in Stuttgart zeichnete er viel. Seit zehn Jahren malt er mehr, doch die alten Zeichnungen dienen dabei oft als Grundlage. Neuestes Bet?tigungsfeld ist der Computer. Auf der Grundlage von alten Zeichnungen arbeitet er Serien heraus, die ganz neue Optiken freilegen: "Die Variationen am Computer sind Spiele mit Figur und Landschaft."

Die Arbeitsweise am Computer hat sich fast automatisch entwickelt, weil der Computer auch in der Schule eine gro?e Rolle spielt. Doch unterscheidet Mertens zwischen schnellen, neuen Eindr?cken, die man sich ?ber Computerspiele holen kann, und einem bewussten Umgang mit der

Maschine, indem man sie als Werkzeug benutzt: "Die Kinder sind heutestark und schnell auf neue Reize aus", berichtet er, "die genaue Beobachtung l?sst dramatisch nach".

Aber genau das ist es, was der K?nstler braucht, sei es in der Schule, zum Hobby oder beruflich. "Das visuelle, direkte Umsetzen ist ein wesentliches Merkmal", berichtet Mertens, "ich gehe stark von der Beobachtung aus". Deshalb auch seine Hartn?ckigkeit: "Wir d?rfen nicht locker lassen." Denn Kunst ist f?r ihn das selbstst?ndige Beobachten der Dinge, die um einen herum vorgehen, plus eine handwerkliche F?higkeit, die man bedingt erlernen k?nne. F?r ihn ist Kunstunterricht Austausch und Vermitteln von Erfahrung und Einsichten sowie Erlernen von Beobachtung.

So muss man auch Mertens' Werke genau anschauen, um hinter die Geheimnisse zu kommen: Er spielt mit Formen, Figuren und Tiefe, Vordergrund, Hintergrund. Da gibt es die Schwarzwaldlandschaft, von Schw?rzenbach her aufgenommen, verfremdet mit einem Fernseher, den eine weibliche Figur ausf?llt. "Da ist eine teilweise Restillusion von Fotografie und frei eingesetzte Malerei und Figur", erkl?rt er. Die Stimmung der Landschaft nimmt Mertens als Ausgang und verbindet sie mit anderen Elementen. Immer wieder kommt er zur?ck auf das bewusste Beobachten: "Damit einem bewusst wird, dass man in verschiedenen Bewusstseinsebenen funktioniert und Dinge auch mal anders sehen kann." Beispielsweise gibt es bestimmte Erkenntnisse der Gestaltpsychologie, dass bestimmte Formen von allen Menschen gleich wahrgenommen werden, obwohl es ganz andere M?glichkeiten gibt. Mit diesem Wissen arbeiten optische T?uschungen. So hebt Mertens in seinen Serien nur durch eine Ver?nderung der Liniengebung eine Figur in den Vordergrund oder l?sst sie in den Hintergrund verschwinden. Ihn fasziniert auch die Farbigkeit: "Damit kann man mit ?bung viel genauer umgehen und entsprechend ist die Sensibilit?t beim Zeichnen", erkl?rt der P?dagoge.

Bis jetzt hat Mertens wenig am offiziellen Kulturleben teilgenommen, mit der Mitgliederausstellung beim Kunstforum am 15. Oktober tritt er in die ?ffentlichkeit.



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