Pressemitteilung

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Badische Zeitung vom Freitag, 19. März 2004

Autorin des Artikels ist Birgit Neuhardt, der wir herzlich für die Nachdruckgenehmigung danken.

Nachholbedarf in der Kunst

Das Kunstforum Hochschwarzwald sieht beim Gemeinderat noch Berührungsängste

TITISEE-NEUSTADT.
Seinen ersten Besuch beim Kunstforum Hochschwarzwald stattete Bürgermeister Armin Hinterseh am Mittwochabend bei der Mitgliederversammlung ab. Damit wurde der Grundstein für "atmosphärische Verbesserungen" gelegt, so Vorsitzender Joachim Hacker. Finanzielle Hoffnungen konnte Hinterseh den Kunstliebhabern jedoch nicht machen.

Joachim Hacker, alter und neuer Vorsitzender des Kunstvereins, nutzte die Gunst der Stunde, um den neuen B?rgermeister vom Einsatz für die Kunst zu ?berzeugen. Vor zwei Jahren hatte Hacker das Amt übernommen, mit dem Ziel, das Interesse der Stadt für die Kunst zu vermehren". Man sei kleine Schritte vorangekommen, sagte er, aber "die Einsicht, dass Kunst und Kultur im Stadtbild einen großen Stellenwert einnehmen", fehle noch. Deshalb appellierte er an Hinterseh: "Kunstförderung ist nicht nur die Aufgabe von einigen Idealisten, sondern immer auch Aufgabe der ?ffentlichen Hand." Hacker nannte Löffingen als gutes Beispiel, "Neustadt scheint da noch etwas Nachholbedarf zu haben". Weder gebe es einen Vereinszuschuss, noch eine Mitgliedschaft der Stadt, noch werden Werke angekauft oder sei ein Vertreter der Stadt bei Ausstellungser?ffnungen zugegen. "Es gibt Akzeptanzprobleme und Berührungsängste vor allem beim Gemeinderat", fasste Hacker zusammen. Hinterseh erwiderte, dass er aus anderen St?dten, in denen er gearbeitet habe, es kenne, dass für Kunst wesentlich mehr getan wird. Er versicherte seine pers?nliche Zusammenarbeit und sein Interesse und versprach Ausstellungen zu er?ffnen. Er konnte aber auf finanzieller Seite wenig Hoffnungen machen: Die bestehenden Vereinszusch?sse seien unsicher und Mitgliedschaften der Stadt seien gestrichen worden. Er habe aber die Themen wie Ausstellungsr?ume und Kunst immer im Hinterkopf.

Hacker berichtete von einem erfolgreichen Jahr 2003, mit sechs Ausstellungen, in dem sowohl die Besucherzahlen als auch die Verk?ufe zugelegt hatten. Das Programm für das laufende Jahr steht mit sechs Ausstellungen, den Anfang wird am 23. April Franziska Plate-Gies machen. "Wir wollen die Balance halten zwischen K?nstlern, die bereit sind, in einer Stadt wie Neustadt ihre Kunst zu zeigen und die auf die Qualität ihrer Arbeit achten", so Hacker. Die Kunstfahrten organisiert k?nftig der Kunstverein L?ffingen, vier sind in diesem Jahr geplant, die erste geht am 24. April nach Riehen in die Fondation Beyeler. Am 27. März findet ein Kunstbummel mit Joachim Hacker in St. M?rgen in der neuen Galerie Ars Alta statt sowie nach Kirchzarten zu einer Ausstellung von Konrad Schierenberg. Auch andere kulturelle Veranstaltungen sollen weiterhin stattfinden, in Zusammenarbeit mit dem Krone-Theater und dem Buchladen im Roten Haus.

Kathrin Jünger erläuterte in ihrem Kassenbericht, dass im letzten Jahr ein Minus von 900 Euro gemacht wurde, das 84 Mitglieder starke Kunstforum hat nun noch 3200 Euro auf der hohen Kante. Der Vorstand wurde komplett im Amt best?tigt: Vorsitzender bleibt Joachim Hacker, seine Stellvertreterin Karin Hessler, Schriftführerin ist Regina Hug, Kassiererin Kathrin Jünger. Im k?nstlerischen Beirat sind: Verena Egenolf, Volker Ellwanger, Marianne Klaus, Wilhelm Morat, Erika Rausch und Martha Wiehl. Neu ist die Internetseite des Kunstforums unter www.Kunstforum-Hochschwarzwald.de, auf der alle Ausstellungen und Kunstfahrten zu finden sind.



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